Chronik

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Von der Werkkapelle der Kremper Lederwerke zur Stadtkapelle Krempe e.V.

 

Den Anfang der heute bekannten Stadtkapelle Krempe machte im Mai 1934 der Mitinhaber der Firma Hallenstein und Co., Mr. Ronald Hallenstein, indem er den Wunsch äußerte einen Spielmannszug oder eine Blaskapelle zu gründen. Dieser Wunsch wurde mit Begeisterung in der Belegschaft der Firma aufgenommen und so wurde die Werkkapelle der Kremper Lederwerke gegründet. Als einer der ersten Mitbegründer und Leiter sei hier Gustav Bidassek genannt.

 26 Mann aus der Belegschaft hatten sich für die Kapelle gemeldet und so kaufte die Firma Instrumente und bestellte einen Musiklehrer (H.Paulsen aus Glückstadt). Die ersten Proben fanden in Gruppen auf dem Walkboden und in “Sibirien” statt. Nach einiger Zeit wurde ein Werkfeuerwehr-Geräteschuppen als Übungsraum eingerichtet und man probte zweimal in der Woche für zwei  Stunden nach Feierabend. Mit den vom Musiklehrer selbst geschriebenen Märschen “Gerber und der Leimledermarsch” wurden bald die ersten Schritte auf dem Werkhof gemacht. Oft schaute auch Mr. R. Hallenstein bei den Proben rein und überzeugte sich von den Fortschritten der Musiker.

Ein Betriebsausflug nach “Krautsand”, Ständchen beim Chef und einigen Betriebsmitgliedern waren die ersten Auftritte. So ging es langsam an die Öffentlichkeit. Tanzmusik bei einigen Veranstaltungen und Marschmusik bei Umzügen brachte Abwechslung und den richtigen Ansporn zum Proben. Es fehlte nur das einheitliche Äußere und so ließ die Firma jeden Musiker einen Anzug maßfertigen. Ein Mütze nach Maß kam dazu und die Kapelle erstrahlte im blauen Glanz.

Mit dem Jahr 1938 kam eine Umstellung im wirken der Kapelle. Die Judenverfolgung durch das Regime, das damals bestand hatte zur Folge, dass die Firma außer Landes gehen musste. Die Werkkapelle wurde der Zweck, nur dem Werk zu unterstehen, entzogen. Um einen Zerfall vorzubeugen, wurden die Instrumente jedem Mitglied von der Firma schriftlich als Eigen übergeben.

Nun übernahm die Ortsgruppe der NSDAP die Kapelle und stempelte diese wider den Willen aller Musiker zur “Standort-Kapelle”. Kundgebungen mit Fackelzügen, Marsch- und Tanzmusik waren in kurzen Abständen an der Tagesordnung. Statt der Blauen Anzüge wurden die Mitglieder in das Braun des damaligen Regimes gesteckt. Als im Jahr 1939 der Krieg ausbrach verstummten die Instrumente im Donnern der Motoren der feindlichen Bomber.

1947 regte der neue Inhaber der Lederwerke, Herr W. Meyenburg, an, die Werkkapelle wieder ins Leben zu rufen. Nach Rücksprache mit Gustav Bidassek brachte dieser unter schwierigsten Umständen seine Männer wieder zusammen. Die Instrumente waren verloren gegangen und es mussten neue geliehen werden. Noten gab es auch keine mehr. Trotzdem war es 1948 nach langem üben endlich wieder soweit, das man mit Tanzmusik wieder an die Öffentlichkeit gehen konnte. Ein Jahr später kamen die nächsten Schwierigkeiten, die geliehenen Instrumente mussten zurückgegeben werden. Der Betriebsrat schaltete sich ein und Herr J. Brinkmann unterbreitete der Firma den Wunsch, die Werkkapelle zu erhalten. Diese erklärte sich bereit die fehlenden Instrumente zu beschaffen und so konnte weiter musiziert werden.

Auf Anregung des Betriebsrates wurde ab März 1950 einmal im Monat während der Mittagspause ein Konzert, die sogenannte “Werkspause”, eingeführt. Diese fand sehr viel Anklang und trug zur Entspannung bei.

Beim Kremper Scheibenschießen 1951 begleitete die Werkkapelle zum erstenmal die Kremper Fahnenschwenker mit dem eigens dafür von Gustav Hartz komponierten “Fahnenschwenkermarsch”.

1967 gab es einen Wendepunkt in der Geschichte der Kapelle. Da die Lederwerke ihre Arbeit einstellte, wurde die Werkkapelle durch den Inhaber Wilhelm Meyenburg uns freigestellt. Die Noten, Instrumente usw. Gingen in das Eigentum der Kapelle über. Diese trug ab diesem Zeitpunkt den bis heute gültigen Namen “Stadtkapelle Krempe”. Ein geeigneter Probenraum wurde von der Stadt in der Schule zur Verfügung gestellt.

Zum 35. Jubiläum gab es 1969 neue Uniformen: blaue Jacken, graue Hosen und hellblaue Krawatten. Am 10.05.1969 wurde dieses Jubiläum mit einem Tanzabend im Kremper Hof gefeiert. Die Landespolizeikapelle übernahm hierbei die musikalische Umrahmung.

In den Jahren 1969 und 1970 fuhr die Stadtkapelle mit den Fahnenschwenkern mehrmals nach Kiel-Molfsee ins Freilichtmuseum zu gemeinsamen Auftritten. Dazu gehörten ein Fernsehauftritt, ein Treffen der Gastronomie der Bundesrepublik beim Wirt des Freilichtmuseums sowie ein Auftritt für den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann.

Zu seinem 40-Jährigen Jubiläum erhielt die Stadtkapelle 1974 erneut neue Uniformen. Ab sofort traten sie in den bekannten roten Jacken und schwarzen Hosen auf. Diese Farben sind auch heute noch aktuell, wenn auch seit 2006 mit roten Westen.

1978 veranstaltete die Stadtkapelle, die Fahnenschwenker, M.G.V. “Lied Hoch” sowie eine Tanzgruppe aus Itzehoe einen gemeinschaftlichen Auftritt auf dem Marktplatz in Krempe. Der Höhepunkt hierbei war die Übergabe des Sousaphones an die Stadtkapelle durch die 33. Army Band - USAREUR-Band (Cine’s Own) Department of the Army, Heidelberg - Headquarters, United States Army, Europe and Seventy Army. Dieses gehörte danach noch viele Jahre zum gewohnten Erscheinungsbild der Stadtkapelle.

1980 durfte die Stadtkapelle mit den Fahnenschwenkern zweimal bei internationalen Kongressen in Hamburg auftreten.

Seit 1993 ist die Stadtkapelle ein eingetragener Verein mit dem offiziellen Namen

 “Stadtkapelle Krempe e.V. Musikzug der Krempermarsch gegr. 1934”.

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